Wir bringen Licht ins Dunkel - Vorurteile gegen die Solarenergie

Häufig kursieren Gerüchte über Solarprodukte. Grosse Erdölkonzerne und Atomlobbyisten haben ein Interesse daran, der jungen, aufstrebenden Solarenergie einen Stein in den Weg zu legen. Wir möchten hier Klarheit schaffen und aufzeigen, was daran stimmt und was nicht. (Quelle: megasol.ch vom 27. Januar 2016)

  • Ist Solarengergie teuer?
  • Funktioniert Solarenergie nur bei Sonnenschein?
  • Macht Solarenergie in Nord- und Zentraleuropa Sinn?
  • Benötigen Solarmodule viel graue Energie?
  • Enthalten Solarzellen giftige Stoffe?
  • Steckt die Solartechnik noch in den Kinderschuhen?
  • Sind Solarmodule unattraktive Störfaktoren an Gebäuden?
  • Sind Montage und Wartung von Solarsystemen kompliziert und aufwendig?
  • Gibt es in der Schweiz überhaupt genügend freie Flächen, um die Energieversorgung mit Solarstrom zu gewährleisten?

Ist Solarenergie teuer?

  • Solarstrom kostet 1'000 Mal weniger als Strom aus Einweg-Batterien. Es lohnt sich daher langfristig, MP3-Player oder Taschenlampen mit wiederaufladbaren Akkus solar zu betreiben.
  • Eine grössere Solaranlage bedeutet eine risikolose Investition über 20 bis 50 Jahre. Der Verkauf von Strom an Solarstrombörsen rentiert sich überall – die Solarstrombörsen suchen seit Jahren Produzenten, um die grosse Nachfrage zu decken.
  • Bei Inselanlagen (ohne Netzanschluss) benötigt es kostspielige Batterien zur Speicherung der Energie – die Solarmodule sind verhältnismässig günstig. Die Kosten einer Inselanlage lassen sich reduzieren, indem man beim Kauf darauf achtet, nur gerade soviel Batterie-Kapazität zu erwerben, wie wirklich benötigt wird.
  • Im Vergleich zur Atomenergie sind in der Solarenergie alle tatsächlichen Kosten – inklusive Entsorgung – eingeschlossen. Die von der Allgemeinheit getragenen Gesamtkosten (inklusive Produktion, Versicherung, Entsorgung) pro Kilowattstunde Atomstrom liegen gut 50% über denjenigen der Solarenergie.

Funktioniert Solarenergie nur bei Sonnenschein?

  • Natürlich ist die Stromausbeute besser, wenn Solarprodukte optimal zur Sonne ausgerichtet werden und möglichst selten im Schatten liegen.
  • Kluge Solarprodukte sind mit einem Akku bestückt und können auch nachts und bei schlechtem Wetter zum Laden von Geräten betrieben werden.
  • Der Strombedarf ist tagsüber viel grösser als nachts. Solarkraftwerke decken diese Nachfrage automatisch ab – im Gegensatz zu Atomkraftwerken, die zu jeder Uhrzeit die gleiche Strommenge liefern.

Macht Solarenergie in Nord- und Zentraleuropa Sinn?

  • Solarzellen transformieren Licht und nicht Wärme in Strom. Da Kälte den Wirkungsgrad von Solarmodulen sogar erhöht, befindet sich die effizienteste Solaranlage Europas auf dem Jungfraujoch (3'571 m ü. M.).
  • Das oft gehörte Argument, man solle Solarenergie rund um den sonnigen Äquator gewinnen und von dort zu uns transportieren, überzeugt nicht. Beim Transport via Hochspannungsleitungen ginge zuviel Energie verloren.
  • Solarenergie ist eine Energiequelle, die dezentral gewonnen werden kann. Mit einer eigenen Solaranlage profitiert man auch in Europa von einer unabhängigen Versorgungssicherheit.

Benötigen Solarmodule viel graue Energie?

  • Die Energie für Herstellung und Transport von Solarmodulen ist nach maximal 2 Jahren zurückgewonnen. Dies ist bei einer Lebensdauer von 20 bis 50 Jahren sehr bescheiden.
  • Im Vergleich mit anderen Energiequellen (Atom, Kohle, Erdöl) schneidet die Solarenergie sehr gut ab.
  • Dank dezentraler Solarstromversorgung werden kilometerweise Stromkabel eingespart. Diese sind sehr energieintensiv in der Produktion und enthalten umweltschädliches PVC.

Enthalten Solarzellen giftige Stoffe?

  • Dieses hartnäckige Gerücht ist falsch. Der Hauptbestandteil von Solarzellen ist Silizium. Siliziumoxid ist das häufigste Element auf der Erde: Sand nämlich.
  • Einzig während der Herstellung werden schwach giftige Substanzen verwendet, die allerdings nicht in die Solarzelle eingehen und in einem geschlossenen Kreislauf bleiben.
  • Solarzellen sind vollständig recyclierbar – ökologisch bestehen also keinerlei Bedenken.

Steckt die Solartechnik noch in den Kinderschuhen?

  • Die Solartechnik wird seit über 50 Jahren industriell genutzt. Obwohl Solarzellen immer noch effizienter werden, handelt es sich längst um eine ausgereifte Technik.
  • Solarprodukte gibt es mittlerweile in allen Varianten und für jedes Bedürfnis.

Sind Solarmodule unattraktive Störfaktoren an Gebäuden?

    • Moderne Solaranlagen lassen sich optimal in die Gebäudehülle integrieren (unter anderem als Dachabdeckung, Fassadenverkleidung oder Lärmschutzmauer). Längst sind Solarmodule in unterschiedlichen Farben und Formen erhältlich.

Sind Montage und Wartung von Solarsystemen kompliziert und aufwendig?

  • Die Installation von Solarsystemen auf Flach- oder Schrägdächern von Einfamilienhäusern kann innert einem Tag vorgenommen werden. Wichtig ist die richtige Wahl des Montagesystems. Lassen Sie sich dazu unbedingt beraten.
  • Solarsysteme funktionieren wartungsfrei. Dank der Neigung zur Sonne schwemmt der Regen Schmutz und Staub von den Solarmodulen.

Gibt es in der Schweiz überhaupt genügend freie Flächen, um die Energieversorgung mit Solarstrom zu gewährleisten?

  • Solaranlagen können auf Dächern, an Hausfassaden und an Lärmschutzwänden montiert werden. Dadurch muss keine wertvolle Kulturfläche für die Energiegewinnung geopfert werden.
  • Würde jedes vierte nach Süden ausgerichtete Dach in der Schweiz mit einer Solaranlage bestückt werden, könnte die gesamte Atomenergie durch Solar-Power ersetzt werden! In Spanien ist beispielsweise eine Solaranlage bei Neubauten bereits gesetzlich vorgeschrieben.

Die Antworten auf die Vorurteile finden Sie in der pdf-Beilage zum Herunterladen. (Quelle: www.megasol.ch)